
Alles rund um die Spieler und die Trainer. Wer spielt diese Saison? Wie ist die Aufstellung und wie sieht der Kader der EisbÀren Berlin aus! All das findest du hier.
Unser neues zu Hause. Die O2-World kann den Welli nicht ersetzen, aber sicherlich wird es dort mindestens genau so schön. EindrĂŒcke aus der gewaltigen Arena findest du hier!
Portrait
Die erfolgreichste Mannschaft, die besten Nachwuchsspieler und das attraktivste Eishockey. SpĂ€testens mit den zwei gewonnenen Meisterschaften haben sich die EisbĂ€ren als Spitzenteam im deutschen Eishockey etabliert. Einst ausschlieĂlich ein Kultklub mit einer interessanten Geschichte, sind die EisbĂ€ren inzwischen die Vorzeigeorganisation im deutschen Eishockey. Durch eine einmalige Entwicklungsstruktur fĂŒr junge Spieler kamen in den letzten fĂŒnf Jahren 9 Spieler ĂŒber die EisbĂ€ren zu ihrem ersten Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft.
NÀchster Schritt: 2008 ziehen die EisbÀren vom Wellblechpalast in die O2 World, die dann modernste Entertainment Arena in Europa.
Die sportlichen Wurzeln der heutigen EisbĂ€ren gehen auf den 15maligen DDR-Meister SC Dynamo Berlin zurĂŒck. Nach der Wende gehörten die EisbĂ€ren zu einem der wenigen Sport-Clubs aus den neuen BundeslĂ€ndern, der sich auf höchster Ebene etablieren konnte. Nach anfĂ€nglichen Schwierigkeiten Mitte der Neunziger machen sich die EisbĂ€ren vor allem durch die Auftritte auf internationaler BĂŒhne europaweit einen Namen. Der Einstieg der Anschutz Entertainment Group 1999 lĂ€utet eine neue Ăra der EisbĂ€ren ein. Professionelle Strukturen und wirtschaftliche StabilitĂ€t legen den Grundstein fĂŒr die erfolgreichste Phase der Clubgeschichte.
Seit der Saison 2002/2003 gelten die EisbĂ€ren als Trendsetter fĂŒr offensives und attraktives Eishockey in der DEL. Das technisch versierte Team sorgte unter Trainer Pierre PagĂ© in den vergangenen drei Spielzeiten fŃr die erfolgreichste Phase der Club-Geschichte und gewann zweidrittel seiner DEL-Spiele. Die erfolgreiche Ăra wird am 19. April 2005 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gekrönt. Ein Jahr spĂ€ter verteidigen die EisbĂ€ren ihren Titel souverĂ€n.
Quelle: eisbaeren.de
Rekorde
| Titel | in den Jahren |
|---|---|
| Deutscher Meister: | 2005, 2006, 2008, 2009 |
| Deutscher Pokalsieger: | 2008 |
| Meister der DDR Oberliga: | 1966, 1967, 1968, 1976, 1977, 1978, 1979, 1980, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988 |
| Pokalsieger des DELV (DDR): | 1963, 1964, 1965, 1973, 1988 |
Geschichte des Eishockeys in der DDR
Nach der StaatsgrĂŒndung der DDR 1949 war in der DDR der Eishockeysport noch immer genauso populĂ€r wie im restlichen Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf Berlin und dem SĂŒden der DDR lag. 1949 ermittelten die Clubs erstmals den “Meister der DDR”, der – genauso wie 1950 – von der SG Frankenhausen kam.
1951 wurde die DDR-Oberliga mit sieben Clubs gegrĂŒndet. GrĂŒndungsmitglieder waren: Einheit Berliner BĂ€r (ab 1954 SC Einheit), VOPO Berlin (spĂ€ter SV/SC Dynamo Berlin), Wismut Frankenhausen, VorwĂ€rts Crimmitschau (heute ETC Crimmitschau), BSG Chemie Ostglas WeiĂwasser (spĂ€ter SG Dynamo WeiĂwasser), Einheit Dresden und Fortschritt Apolda.
In den folgenden Jahren kamen Motor Berlin, Uni Berlin, TSC Oberschöneweide, Dynamo (Empor) Rostock, ASK VorwĂ€rts Berlin und Einheit Schönheide hinzu. Die Zahl der Berliner Mannschaften wurde spĂ€ter reduziert, indem fĂŒr Motor Berlin Motor Chemnitz (spĂ€ter Motor Karl-Marx-Stadt), fĂŒr Oberschöneweide Turbine Erfurt (spĂ€ter VorwĂ€rts) kamen. AuĂerdem wurde in den 1950er Jahren VorwĂ€rts Berlin nach Crimmitschau versetzt. Wie die gesamte Gesellschaft der DDR hatte auch der Sportbereich in den 1950ern unter der groĂen Abwanderungswelle zu leiden, die in Berlin besonders groĂ war, weshalb regelmĂ€Ăig neue Clubs gegrĂŒndet oder ausgelagert wurden, um eine gröĂere Zahl an Clubs aus der Hauptstadt in der Oberliga zu haben.
Im September 1970 wurde Eishockey von der StaatsfĂŒhrung der DDR zusammen mit dem Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) der DDR Eishockey als “nicht förderungswĂŒrdige Sportart” eingestuft, weshalb mit Ausnahme der Dynamo-Mannschaften in Berlin und WeiĂwasser alle Eishockeyclubs aufgelöst und zu Hobbymannschaften degradiert wurden. Diese Mannschaften erhielten keinerlei finanzielle Zuwendungen und konnten somit meistens auch keinen Nachwuchs mehr aufbauen beziehungsweise unterhalten. Dabei konnte die Eishockey-Oberliga mit Dynamo Berlin und Dynamo WeiĂwasser nur durch Intervention des Ministers fĂŒr Staatssicherheit Erich Mielke erhalten werden, der ein groĂer Freund des Eishockeysports war. So wurde der Eishockeysport in der DDR durch das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit und das Ministerium des Innern, das fĂŒr die Dynamo-Clubs zustĂ€ndig war, erhalten werden.
Die offizielle BegrĂŒndung fĂŒr die Auflösung der meisten Eishockeyclubs war die Kosten- und DevisenintensitivitĂ€t des Sports, fĂŒr den nach Ansicht des DTSB zur Erbringung von Spitzenleistungen neue Eishallen benötigt wurden. Da die meisten AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde in der DDR nicht hergestellt wurden, mussten SchlĂ€ger, Schlittschuhe und anderes importiert werden. DarĂŒber hinaus begrĂŒndete Rudi Hellmann, damals StaatssekretĂ€r fĂŒr Körperkultur und Sport:
“Wir brauchen zum Aufbau der sozialistischen Wirtschaft jede Mark. Um Eishockey zu betreiben, benötigt man jĂ€hrlich die Finanzen von etwa zwei hochseefisch-verarbeitenden KĂŒhlschiffen. Also, liebe Sportler, was brauchen wir dringender: Eishockey oder KĂŒhlschiffe?” (Zitiert nach Lachmann)
Davon unabhĂ€ngig wird behauptet, dass sich vor allem EiskunstlĂ€ufer und EisschnelllĂ€ufer an der PopularitĂ€t des Eishockey störten und argumentierten, dass im Eishockey 25 Sportler nur eine Medaille gewinnen könnten, wogegen in den anderen Eissportarten jeder Sportler eine eigene Medaille erreichen könnte, die DDR somit mit den anderen Eissportarten weitaus leichter und – da auf die teure AusrĂŒstung verzichtet werden kann – auch weitaus kostengĂŒnstiger bessere Platzierungen in den Medaillenspiegeln erreichen.
Mit der Reduzierung der DDR-Oberliga auf zwei Mannschaften verloren vor allem die Berliner Dynamos schnell an Zuschauergunst, wĂ€hrend in WeiĂwasser noch bis zur letzten DDR-Meisterschaft 1990 hĂ€ufig bis zu 15.000 Zuschauer ins Kunsteisstadion kamen.
Trotzdem gelang es der DDR-Nationalmannschaft gemessen an den Ă€uĂeren UmstĂ€nden erstaunliche Ergebnisse bei den Weltmeisterschaften zu erreichen, was einigen DDR-FunktionĂ€ren ein Dorn im Auge war, weshalb die DDR 1971 auf die Teilnahme an der A-Weltmeisterschaft verzichtete und bei einigen B-Weltmeisterschaften auf Anweisung der SportfĂŒhrung die letzten Spiele verlieren musste, um den Aufstieg zu verhindern.
Im Rahmen der Wende in der DDR nahmen die Klubvorsitzenden aus Berlin und WeiĂwasser Dieter Waschitowitz und RĂŒdiger Noack bereits im Dezember 1989 Kontakt mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) auf, um die Aufnahme der DDR-Clubs in die BRD-Bundesliga im Falle einer Wiedervereinigung zu klĂ€ren. Die Nachfolgevereine – die Sektion Eishockey des SC Dynamo Berlin hatte sich am 21. MĂ€rz 1990 als EHC Dynamo Berlin ausgegliedert, die SG Dynamo WeiĂwasser war zum PEV WeiĂwasser geworden – wurden am 10. Mai 1990, also knapp fĂŒnf Monate vor der staatlichen Wiedervereinigung in den DEB aufgenommen und konnten in der Saison 1990/91 in der Bundesliga spielen.
Kurios: Die Bronzemedaille fĂŒr die Europameisterschaft 1966 erhielt das DDR-Team erst 1999. Zuvor wurden in die EM-Wertung fĂ€lschlicherweise die Spiele gegen Kanada und die USA mit eingerechnet, wodurch Schweden den dritten Platz zuerkannt bekam.

